Erst die Rettungskette – dann Spezialkontakte
Der VDST und DAN Europe weisen übereinstimmend darauf hin: Bei einem gefährlichen oder lebensbedrohlichen Ereignis wird zuerst der örtliche Rettungsdienst alarmiert. In Deutschland und Europa ist die 112 kostenfrei erreichbar. Beim Anruf ausdrücklich sagen, dass der Verdacht auf einen Tauchunfall besteht.
Die Leitstelle braucht einen eindeutig auffindbaren Ort, eine kurze Beschreibung des Geschehens, die Zahl der Betroffenen und ihren aktuellen Zustand. Nicht auflegen, sondern Rückfragen beantworten und die Anweisungen der Leitstelle befolgen.
Eigenschutz
Nur helfen und retten, soweit dies ohne zusätzliche Gefahr für Helfende und Team möglich ist.
Erste Hilfe
Bewusstsein und normale Atmung prüfen und Maßnahmen nach eigener Ausbildung sowie den Anweisungen der Leitstelle durchführen.
Rettungsdienst einweisen
Eine Person an Zufahrt, Schranke oder Treffpunkt schicken und den Weg zur betroffenen Person freihalten.
Bei fehlender normaler Atmung nennt das DRK den Notruf 112, die Herz-Lungen-Wiederbelebung und – wenn vorhanden – den Einsatz eines AED nach dessen Sprachanweisungen. Praktische Erste-Hilfe-Kenntnisse müssen regelmäßig trainiert werden.
Die Hotline ergänzt den Rettungsdienst, sie ersetzt ihn nicht
Nach dem örtlichen Notruf kann eine zuständige tauchmedizinische oder Versicherungs-Hotline hinzugezogen werden. Der VDST hält die persönliche Hotline für Mitglieder in der App und bei den Mitgliedsdaten bereit. DAN Europe veröffentlicht eine rund um die Uhr erreichbare internationale Notfall-Hotline für seine Mitglieder.
Mitgliedsnummer, Versicherungsnachweis und Notfallkontakt sollten vor dem Tauchgang offline verfügbar sein. Rufnummern und Leistungsumfang können sich ändern; maßgeblich sind deshalb die aktuelle App, der Mitgliedsausweis oder die offizielle Anbieterseite.
Nicht selbst eine Druckkammer oder einen Transportweg festlegen. Transportziel und medizinisches Vorgehen gehören in die Koordination von Rettungsdienst und tauchmedizinischem Fachpersonal.
Ein guter Notfallplan passt genau zu diesem Tauchplatz
Ein allgemeines Merkblatt reicht nicht, wenn der Einstieg hinter einer Schranke liegt, der Mobilfunk schwach ist oder Einsatzkräfte den Uferbereich nicht direkt erreichen. Das Team klärt deshalb vorab Adresse oder Koordinaten, Zufahrt, Treffpunkt, Ausstieg und den Weg für Rettungskräfte.
Ebenso wichtig sind klare Rollen: Wer setzt den Notruf ab, wer leistet Erste Hilfe, wer holt vorhandene Notfallausrüstung und wer weist den Rettungsdienst ein? Verfügbarkeit und Bedienung von Sauerstoff- oder AED-Ausrüstung dürfen nur tatsächlich vorhandenen Geräten und entsprechend eingewiesenen Personen zugeordnet werden.
Ort
Adresse, Koordinaten, Gewässername, Einstieg und nächster erreichbarer Übergabepunkt.
Zugang
Schranken, Schlüssel, Zufahrtswege, Parkordnung und eine einweisende Person.
Information
Tauchprofil, Zeiten, verwendete Atemgase, Beschwerden und bereits durchgeführte Maßnahmen für den Rettungsdienst bereithalten.